Brauchtumsdatenbank
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Christbaumsingenmehr
Lackendorf. In Lackendorf finden wir noch ein „Christbaumsingen“ der Schulbuben...
Beschreibung
In Lackendorf finden wir noch ein „Christbaumsingen“ der Schulbuben, wobei sie einen Baum mittragen.
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Bertl Petrei
Lebendiges Brauchtum im Burgenland
Eisenstadt 1973
Christkönigsfeiermehr
Forchtenau. Ein „neuer Brauch“, zumindest der Form nach, ist auch die Christkön...
Beschreibung
Ein „neuer Brauch“, zumindest der Form nach, ist auch die Christkönigsfeier der Katholischen Jugend von Forchtenau. Sie wird des später unsicheren Wetters wegen etwas verfrüht Ende Oktober begangen. Man knüpft zwar an die alte Tradition an, aber der erste Teil der Feier, ein Wortgottesdienst, wird musikalisch von einer Band umrahmt, der „Royal Airforce“, die auch rhythmische Messen gestaltet und Unterhaltung spielt. Anschließend zieht die Jugend vor die Kapelle auf der Rosalienhöhe.
Hier ein kurzer Erlebnisbericht aus einer Rundfunkreportage:
„Mit brennenden Fackeln in den Händen ist die Jugend nach dem Gottesdienst und der Feier unten am Gasthof durch den Hohlweg heraufgezogen, wo inzwischen aus übereinander getürmten Autoreifen ein Feuer entzündet wurde. Vorher schon, vor dem Gottesdienst, wurde etwas unter der Kapelle eine Anzahl von kleineren Feuern in kreuzförmiger Anordnung angezündet. Auch diese Feuer brennen noch und das Symbol Christus des Königs leuchtet weit hinaus in die Ebene zwischen Rosalien- und Leithagebirge, hinüber zur Landeshauptstadt und zum Neusiedlersee. Nach dem Lied „Wildgänse rauschen durch die Nacht“ erklingt nun das „Christ-Königslied“ – dem das von der „Wahren Freundschaft“ folgen wird. Schön und erfreulich, wie nahtlos und selbstverständlich sich für die Forchtenauer Mädel und Burschen die modernen Formen und Aussagen unten bei der Feier – von „Jesus Superstar“, von Umweltverschmutzung und Fortschritt… wie selbstverständlich sich das zu den alten Liedern fügt, zur Romantik von Feuern und Fackeln, von Bergkameradschaft und „Wahrer Freundschaft“…
Auch der bloße Beschauer ist ergriffen von diesem Bild in der dunklen Herbstnacht: vom Widerschein des Feuers auf den jungen Gesichtern und auf dem Mauerwerk der Rosalienkapelle, auf den Bäumen und Sträuchern des Waldes. Unser Blick geht durch die im scharfen Höhenwind ziehenden Rauchschwaden der Kreuzfeuer hinunter in die nächtliche Wulkaebene, in die die Lichter der Ortschaften eingesprenkelt sind und hinter der wir drüben, über Eisenstadt, als zarten Schattenriss die Linie des Leithagebirges ahnen… Über allem der teilweise bedeckte Himmel – nur ab und zu blinkt ein Stern zwischen den Wolken hervor oder der Mond, der fast schon zur vollen Scheibe geworden ist. Von der Wiese an der Rosalia steigt zu diesem Himmel der beizende Rauch und steigen die rot und gelb züngelnden Flammen des Höhenfeuers empor und das Lied von den „Kameraden der Berge“… Damit endet auch der zweite Teil der Christkönigsfeier der Katholischen Jugend von Forchtenau, die sich in so schöner Weise einen alten religiösen Brauch neu und zeitgemäß geformt hat…“
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Bertl Petrei
Lebendiges Brauchtum im Burgenland
Eisenstadt 1973
Christkönigsfeier auf der Rosaliamehr
Forchtenau. Für ihre Christkönigsfeier hat die Katholische Jugend von Forchtena...
Beschreibung
Für ihre Christkönigsfeier hat die Katholische Jugend von Forchtenau moderne Formen gefunden. Ganz selbstverständlich verbinden sich Jazzrhythmen und alte Jungendlieder, Texte von „Jesus Superstar“ und traditionelle Höhenfeuer. Weit strahlt das Zeichen des Kreuzes von der Rosalia hinaus in die Wulkaebene.
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Bertl Petrei
Lebendiges Brauchtum im Burgenland
Eisenstadt 1973
Christtagmehr
Deutschkreutz. Der Christtag (25. Dezember) ist dann wirklich jener Feiertag, an d...
Beschreibung
Der Christtag (25. Dezember) ist dann wirklich jener Feiertag, an dem die Familie zu Hause beisammensitzt. Obwohl man kein spezielles „Christtagsessen“ kennt, bemüht sich die Hausfrau doch, „festlich aufzukochen“. Ähnliches wie für Deutschkreutz gilt für die meisten Orte: „Mit der Heiligkeit des Christtages nimmt man es so genau, dass man an diesem Tag sogar jegliche Verwandtenbesuche unterlässt. Allein der Kirchenbesuch gibt Anlass, die eigenen vier Wände zu verlassen; man sucht am Nachmittag höchstens den Friedhof auf, wenn es das Wetter erlaubt.“
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Bertl Petrei
Lebendiges Brauchtum im Burgenland
Eisenstadt 1973
Christtagmehr
Ortsunabhängig. Der Christtag (25. Dezember) ist dann wirklich jener Feiertag, an d...
Beschreibung
Der Christtag (25. Dezember) ist dann wirklich jener Feiertag, an dem die Familie zu Hause beisammensitzt. Obwohl man kein spezielles „Christtagsessen“ kennt, bemüht sich die Hausfrau doch, „festlich aufzukochen“. Ähnliches wie für Deutschkreutz gilt für die meisten Orte: „Mit der Heiligkeit des Christtages nimmt man es so genau, dass man an diesem Tag sogar jegliche Verwandtenbesuche unterlässt. Allein der Kirchenbesuch gibt Anlass, die eigenen vier Wände zu verlassen; man sucht am Nachmittag höchstens den Friedhof auf, wenn es das Wetter erlaubt.“ – Nur in Oberschützen ist der Christtag Verwandtenbesuchstag. In Winden am See wird seit neuestem beim Amt an diesem Vormittag das „Mettenkleschen“ sozusagen „wiederholt“.
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Bertl Petrei
Lebendiges Brauchtum im Burgenland
Eisenstadt 1973
Christtagmehr
Oberschützen. In Oberschützen ist der Christtag (25. Dezember) Verwandtenbesuchst...
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In Oberschützen ist der Christtag (25. Dezember) Verwandtenbesuchstag.
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Bertl Petrei
Lebendiges Brauchtum im Burgenland
Eisenstadt 1973
Das Blochziehen im mittleren und südlichen Burgenlandmehr
Ortsunabhängig. Dieser lustige Brauch hat sich im Fasching erhalten, wenn im Ort zu...
Beschreibung
Dieser lustige Brauch hat sich im Fasching erhalten, wenn im Ort zur selben Zeit keine Hochzeit gefeiert wurde. Ein schöner Fichten-oder Tannenstamm wird mit Kränzen und Bändern geschmückt. Mit Efeu und Tannenzweigkränzen wird die Waldbraut umwunden und mit weißen Rosen und Fähnchen geziert. Den Mädchen wird bewiesen, dass es auch für die Braut einen Ersatz gibt. Huldigungen werden der hölzernen Braut dargebracht. In manchem Mädchenherzen werden aussichtsreiche Hoffnungen für die Zukunft gehegt. Mancher Bursche wird sich es überlegen, sich nochmals mit der Waldbraut abzuplagen. Aus den Nachbarortschaften kommen die Zuschauer, denn es geht bei einer solchen Veranstaltung lustig zu. Die Braut wird meistens von den Burschen gezogen. In manchen Orten helfen die Mädchen mit. Ein Ziegenbock wird mit Bändern geziert. In einer originellen Kutschertracht wird er vom Kutscher geleitet. Es kommt auch vor, dass am Gipfel der Braut ein Hahn im Korb sitzt. Unter Musikklang wird sie in das Dorf gezogen. Hernach folgt ein halber Wagen von zwei Pferden bespannt. In eine vom Wagen zur Erde stehenden schiefen Stange wird ein Wagenrad befestigt und in Bewegung gesetzt. Auf diesem Wagen sitzt die Braut und der Bräutigam. Eine Kolonne zieht ihnen nach. Verschiedene Handwerker sind da beschäftigt. Auf einem Kuhwagen sitzt der Pfarrer; auf dem nächsten der Lehrer, dann die Beistände. Der geschäftige Koch darf nicht fehlen. Der Fleischhauer, Gastwirt mit Wein und Würsteln haben eine besondere Rolle inne. Rasierer, Schuhputzer, Dorfschmiede, Rastelbinder, Rauchfangkehrer und eine Fuhr Wäschermädel folgt. Der Gemeinderat fährt auf einem besonderen Wagen.
Die Strolche und schlechten Kerls werden in den Koter gesperrt. Ein Wagen bringt das Heiratsgut; schlechtes Geschirr und alte Möbelstücke und eine Wiege. Auf einem zweirädrigen Wagen sitzt der Brautvater. Burschen springen herum und treiben Späße. Das Brautpaar und der Pfarrer sitzt öfters auch auf dem Bloch. Auf beiden Seiten sind die Kranzler. An der Spitze sind Reiter und Reiterinnen. Ein Narr, der seine besonderen Dummheiten treibt, lenkt die Aufmerksamkeit auf sich. Der Triumpfbogen ist am Hauptplatz aufgestellt. An der ersten Stelle, wo der Zug stehen bleibt, ist das Aufgebot des Brautpaares durch den Pfarrer. Am Hauptplatz ist dann die Trauung. Scherzhafte Sprüche werden an das Brautpaar gerichtet. Zwei Jungfrauen fahren den Bräutigam zur festlich geschmückten Braut. Der Bräutigam bleibt nun bei der Waldbraut. Ein Mädchen ergreift das Wort und die heiratsscheuen Burschen werden belehrt. Darauf antwortet ein Bursche oder der Bräutigam selbst. die Dorfschöne tritt hervor und beschuldigt die Burschen wegen ihrer Unentschlossenheit. Masken hüpfen als Bären und Teufeln herum. Schön wirkt die altheanzische Tracht. Bevor man die Waldbraut verkauft, hält man noch eine Ansprache, dass sich dieser Fall nicht mehr wiederhole. Im Gasthaus wird der Stamm versteigert. Mit dem Geld wird das künstliche Hochzeitsfest oder das Tanzkränzchen gefeiert.
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Bgld. Volksliedarchiv Sign.Nr. 147/..
Einsender:Franz Pauer
HS-Lehrer Eisenstadt, o.J
Das blutige Kniemehr
Grafenschachen. Das „bluatige Knie“ saugt den Kindern das Blut aus. Ansonsten ohne ...
Beschreibung
Das „bluatige Knie“ saugt den Kindern das Blut aus. Ansonsten ohne besondere Vorstellung.
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Leopold Schmidt
Berchtengestalten im Burgenland
Bgld. Heimatblätter 13, 1951
Das Brautauffordern oder der christliche Ehrentanzmehr
Raiding. Das Brautauffordern oder der christliche Ehrentanz Der Brautführer ...
Beschreibung
Das Brautauffordern oder der christliche Ehrentanz
Der Brautführer tritt auf. In der einen Hand trägt er einen Teller, in dem ein Apfel liegt. Im Apfel stecken drei Rosmarinzweige, die oben zusammengebunden sind. In der andern Hand hält er ein Glas Wein. Er tritt vor die Braut hin und beginnt:
„Gelobt sei Jesus Christus! Meine lieben Beistandsherren und Beistandsfrauen, Junggesellen und Kranzljungfrauen,
alle eingeladenen Hochzeitsgäste und Hochzeitsfreunde!
Weil dahier in unserm Ort dieser Braucht ist, nach abgespeister Mahlzeit unsere ehr- und tugendsame Braut aufzufordern,
will ich daher diesen Brauch nicht abkommen lassen, aber viel weniger einen neuen aufbringen.
Daher bitt ich um ein wenig Geduld und Aufmerksamkeit. Vivat! (Musik).
Nun vielgeliebte, ehegegebene Jungfrau Braut!
Seitdem du das Licht der Welt erblickt hast, hast du schon manchen traurigen und freudigen Tag erlebt;
aber den schönsten und freudigsten Tag hat dir Gott, der Allmächtige und die himmlische Königin heute erleben lassen.
Drum danke deinem heiligen Schutzengel, dass er dir deine Ehre bis auf den heutigen Tag aufbewahrt hat. Vivat!
Nun vielgeliebte, ehegegebene Jungfrau Braut!
Heute sitzt du im Rosengarten, mit grünen Rosmarinzweigen will ich dich erwarten.
Heute trägst du deinen grünen Kranz.
Aber diesen grünen Kranz wirst du nicht mehr tragen, so wenig Disteln und Dornen rote Rosen tragen,
aber auf deinem Haupte wirst du keinen Rosmarinkranz tragen.
Das soll unserm Junggesellen Bräutigam samt seiner ehegegebenen Jungfrau Braut zur Gesundheit sein. Vivat!
Nun vielgeliebte, ehegegebene Jungfrau Braut!
Schau an, dahier hab ich ein Glas Wein.
Ist dieses nicht gewachsen zwischen Köln am Rhein, so ist es doch gewachsen zwischen Sonn- und Mondenschein.
Das soll unserm Junggesellen Bräutigam samt seiner ehegegebenen Jungfrau Braut zur Gesundheit sein. Vivat!
Nun vielgeliebte, ehegegebene Jungfrau Braut!
Schau an und betrachte heute deinen grünen Rosmarinkranz.
Wie schön er geziert und gepflanzt ist! I
st das nicht eine Freude für solche Kinder, wenn sie sich ehrlich aufführen, dass sie mit dem gründen Rosmarinkranz in den heiligen Ehestand treten können.
Liebe Eltern!
Schauet an und betrachtet eure Jugend, was ihr Schönes habt getan,
eure Tochter sitzt im Rosengarten, mit größter Freude will ich sie erwarten. Vivat!
Nun vielgeliebte, ehegegebene Jungfrau Braut!
Schau an! Dahier reiche ich zu deiner letzten jugendlichen Ehr drei Rosmarinstamm, der du heute noch würdig sein kannst;
denn der heutige Tag beschließt deinen ledigen Stand.
Gott gebe es, dass ihr mit euren Eltern und Kindern in Fried und Ruh eure Lebenszeit bringet zu! Vivat!
Nun viel geliebte, ehegegebene Jungfrau Braut!
Schau, jetzt bist du auf dem Weg in deine Heimat und der Tugend!
Der liebe Gott möge euch segnen und beschützen und der Himmel erhalte euch und gebe euch Kraft zum Guten.
Auch kann ich nichts Schöneres euch wünschen, als dass sich Jesus Christus unter uns Hochzeitsleuten würdige.
Dann werden wir dem lieben Gott einen wohlgefälligen Hochzeitstag feiern und der Segen Gottes wird in diese neue Familie einkehren. Vivat!
Nun vielgeliebte, ehegegebene Jungfrau Braut! Heute sitzt du im Rosengarten, deshalb bin ich schuldig, dir aufzuwarten.
Bist du gesund und frisch, so springst du über Tafel und Tisch. Bist du aber schwach und krank, so gehst du langsam nach der Bank
und reichst mir deine Hand zu einem christlichen Ehrentanz. Vivat!
Die Musik setzt ein und der Reihe nach darf ein jeder Gast kurz mit der Braut tanzen.
Ganz feierlich hat der Tag begonnen. Mittelpunkt des Festes ist die Braut. Die Tugend der Jungfräulichkeit erlebt an diesem Tag ihre Krönung. Und zwar nicht nur sachlich, sondern persönlich in Verbindung mit der ehr- und tugendsamen Jungfrau Braut.
Ehe um Mitternacht der Zeiger der Uhr den folgenden Tag anzeigt, tritt noch einmal ein Bursche auf. Noch einmal muss die Braut her. Der Jungferntanz ist zu Ende. Es muss noch der Brautkranz vom Haupte der Braut. Mit dem kommenden Tag tritt sie nun in die Zahl der Ehefrauen. Das geschieht symbolisch, indem ein neuer Tanz beginnt.
Quelle:
Emmerich Karl Horvath, Hochzeitsbräuche in Raiding.
In: Burgenländische Heimatblätter 11, 1949.
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Bertl Petrei
Lebendiges Brauchtum im Burgenland
Eisenstadt 1973
Das Brautauffordern zum Tanzmehr
Ortsunabhängig. Ist ein Brauch im nördlichen Burgenland. Der älteste Junggeselle sa...
Beschreibung
Ist ein Brauch im nördlichen Burgenland. Der älteste Junggeselle sagt einen Spruch auf und gibt die Reihenfolge an, mit wem die Braut tanzen muss. Ein Ländler leitet den Ehrentanz ein.
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Bgld. Volksliedarchiv Sign.Nr. 147/..
Einsender:Franz Pauer
HS-Lehrer Eisenstadt, o.J